AYRTON F. STUCKY

ADHS-Coaching

ADHS-Coaching für Erwachsene in der Schweiz: was es ist, was es nicht ist und für wen

Von Ayrton F. Stucky · Oktober 2026 · 6 min Lesezeit

Du hast eine ADHS-Diagnose oder erkennst dich stark darin wieder. Vielleicht warst du schon bei einer Psychiaterin oder einem Psychiater, hast eine Behandlung ausprobiert, zwei, drei Bücher gelesen. Und trotzdem hakt es im Alltag immer an denselben Stellen: anfangen, Fristen einhalten, die Energie bis zum Abend halten.

Genau dann hört man oft zum ersten Mal von ADHS-Coaching. Hier erfährst du, was es konkret ist und vor allem, was es nicht ist.

ADHS-Coaching, ganz konkret

ADHS-Coaching ist eine praktische Begleitung. Wir verbringen keine Monate damit, herauszufinden, warum du so funktionierst, wie du funktionierst. Wir bauen auf, was mit deiner Funktionsweise klappt: deine Morgenroutine, die Art, wie du eine Aufgabe anfängst, deine Prioritäten, deine Energie, deine impulsiven Reaktionen.

Der Unterschied zu einem Buch oder einer App ist die Begleitung. ADHS ist kein Mangel an Information. Du weisst sehr genau, was du tun solltest. Was fehlt, ist ein äusserer Rahmen, der dir hilft, es auch wirklich zu tun, und jemand, der merkt, wenn du anfängst abzurutschen, bevor alles zusammenbricht.

Was Coaching nicht ist

Coaching ist keine medizinische Behandlung. Ein Coach stellt keine Diagnose, verschreibt nichts und ersetzt weder deine Psychiaterin oder deinen Psychiater noch deine Psychologin oder deinen Psychologen. In der Schweiz wird ADHS bei Erwachsenen von einer Psychiaterin oder einem Psychiater oder in einer spezialisierten Sprechstunde diagnostiziert.

Coaching ist auch keine Psychotherapie. Es befasst sich nicht mit Traumata oder akuten Krisen. Wenn eine Situation über das hinausgeht, was Coaching leisten kann, ist es richtig, an eine medizinische Fachperson zu verweisen. Genau das mache ich.

Beides ergänzt sich sehr gut. Behandlung oder Therapie wirken in der Tiefe, das Coaching hilft dir, Gewohnheiten aufzubauen, die in deinem echten Leben halten.

Coach, Psychologin oder Psychiater: Wer macht was?

Psychiaterinnen und Psychiater stellen die Diagnose und können eine Behandlung verschreiben. Psychologinnen und Psychologen arbeiten mit deinem Erleben, deinen Emotionen, deiner Geschichte. Ein ADHS-Coach arbeitet am Konkreten: wie du in deinen Tag startest, wie du entscheidest, was du tust, wenn alles dringend scheint, wie du langfristig dranbleibst.

Es kann sein, dass du alle drei zu verschiedenen Zeitpunkten brauchst. Wenn du gerade eine sehr schwierige Phase durchmachst, steht das Coaching nicht an erster Stelle.

Für wen es gedacht ist

ADHS-Coaching ist etwas für dich, wenn du berufliche oder persönliche Ziele hast und es satthast, sie Woche für Woche entgleiten zu sehen. Wenn du deine Funktionsweise verstehen willst, statt ihr ausgeliefert zu sein. Und wenn du bereit bist, dich einzubringen, denn ein Coach nimmt dir die Arbeit nicht ab.

Am meisten profitieren oft Menschen, die anderswo bereits erfolgreich sind, sich aber beim Kompensieren erschöpfen. Sie kommen voran, aber mit einem enormen Energieaufwand, mit durchgearbeiteten Nächten vor jeder Frist und dem ständigen Gefühl, ihrem eigenen Leben hinterherzurennen.

Wahrscheinlich ist es nichts für dich, wenn du eine Diagnose suchst, wenn du in einer Krise steckst, die zuerst medizinische Behandlung braucht, oder wenn du eine schnelle Lösung erwartest, ohne selbst etwas beizutragen.

Wie du einen ADHS-Coach auswählst

In der Schweiz ist der Titel Coach nicht geschützt. Jede und jeder darf ihn verwenden, deshalb helfen ein paar Anhaltspunkte bei der Auswahl.

Ein guter ADHS-Coach kennt ADHS aus eigener Erfahrung oder durch eine seriöse Ausbildung, idealerweise beides. Er kennt seine Grenzen, benennt sie klar und weiss, an wen er dich bei Bedarf verweisen kann. Er bietet dir einen klaren Rahmen (Dauer, Häufigkeit, Ziele) statt einer vagen Begleitung, die endlos weiterläuft. Er misst deine Fortschritte, damit ihr über Fakten sprecht und nicht über Eindrücke. Und er bietet dir ein unverbindliches Erstgespräch an, damit ihr seht, ob die Chemie stimmt.

Wie es bei mir abläuft

Bei mir wurde ADHS schon als Kind diagnostiziert. Danach war ich zehn Jahre in der Finanzbranche tätig, zuletzt als Regionalleiter, und habe Hunderte von Menschen zu ihren finanziellen Zielen begleitet. Heute mache ich dasselbe mit Menschen mit ADHS, für ihre persönlichen Ziele.

Mein Programm dauert zwölf Wochen, aufgeteilt in vier Blöcke zu je drei Wochen: «Das Fundament», «Die körperliche Basis», «Umsetzung und Prioritäten» und schliesslich «Emotionen und Selbstständigkeit». Dazu gehören eine einstündige Videositzung pro Woche, eine wöchentliche schriftliche Begleitung und die Möglichkeit, mich zwischen den Sitzungen zu erreichen. Zu Beginn und am Ende messen wir, wo du in sechs Lebensbereichen stehst, damit du schwarz auf weiss siehst, was sich verändert hat.

Ich arbeite vom Wallis aus, auf Französisch, Deutsch oder Englisch, mit Menschen aus der ganzen Schweiz und darüber hinaus.

Möchtest du mit einem Einzelcoaching weiterkommen?

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